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Konfrontiert mit dem Seitenspiegel-Trick

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in Italien - Erfahrungsbericht

Symbolbild, mit KI generiert
Symbolbild, mit KI generiert

Um es vorweg zu nehmen, wir lieben Italien als Reiseland und werden mit unserem “Chico” immer wieder dorthin zurückkehren. Das Erlebte ist ein paar Betrügern geschuldet, von denen wir uns sicher nicht abschrecken lassen 

Es war Ende März auf der Strecke zwischen Montepulciano und Siena. Begeistert von der tollen Landschaft, fuhren wir auf einer 2-spurigen Superstrada in Richtung des nächsten Etappenziels. Die Autos waren, wie in Italien üblich zügig unterwegs, nur vor uns zuckelte ein Personenwagen mit kaum 80 km/h auf der rechten Spur. Ich machte noch einen Witz, ob da wohl der Opa unterwegs sei, und überholte das Auto ganz normal. 

Beim Überholmanöver nahmen wir einen Knall wahr, den wir uns nicht erklären konnten. Nun überholte uns der Renault wieder und mit Lichthupe, hupen und gestikulieren machte sich der junge Mann im Auto bemerkbar. Er wollte unbedingt, dass wir auf der SOS-Parkbucht anhielten, und machte uns das vor. Da wir keine Ahnung hatten was passiert war, hielten wir ebenfalls an. Im ersten Moment dachte ich noch an eine Betrugsmasche und wir stiegen vorerst nicht aus, was den jungen Mann aber sichtlich verärgerte. Lauthals machte er uns klar, dass der Seitenspiegel des Renaults kaputt sei und das wir ihn scheinbar gerammt hätten. Als Beweis zeigte er uns einen schwarzen Strich an unserem Wohnmobil, der ganz sicher neu war. Erst als wir sicher waren, dass keine andere Person in der Nähe war, stiegen wir aus. Mir war das “Unglück” peinlich und ich entschuldigte mich schon Mal für den Schaden. 

der angeblich kaputte Rückspiegel

Dann machte sich der Mann aber mehr und mehr verdächtig. Schon innert wenigen Sekunden wusste er, dass sein Spiegel 490 Euro kosten würde. Dazu zeigte er uns die entsprechende Webseite. Dann erklärte er uns auch, dass die Polizei nicht ausrückt, wenn es keinen Personenschaden gebe. Auf meine Intervention, man könne es ja versuchen, willigte er ein und telefonierte theatralisch, nur um uns zu sagen, dass er keinen Polizisten herbringen würde. Die Polizei habe ihm geraten, das Europäische Unfallversicherungsprotokoll auszufüllen, das sei ihm aber zu mühsam… Wir sollen ihm 200 Euro bar bezahlen, dann könnten wir uns trennen, so sein Vorschlag. 

der schwarze Strich

Mit diesem Verhalten war ich nun fast sicher, dass es sich um einen Betrüger handelt, und ich machte ihm klar, dass nun ich die Polizei anrufen werde. Ich stieg ins Wohnmobil und nahm mein Handy in die Hand. Nur schon diese Geste reichte, damit der Typ in sein Auto stieg und unter «absingen von wüsten Liedern» davonfuhr. Wir schauten uns nur ratlos an und fuhren dann ebenfalls unseres Weges. 

Am Campingplatz angekommen, informierte ich mich umgehend im Netz, um herauszufinden, was uns da wohl passiert ist. Man muss nicht lange suchen: Scheinbar wird der sogenannte Seitenspiegel-Trick in der Gegend von Siena, aber auch sonst in ganz Italien gerne angewendet. Der Betrüger lässt sich von Wohnmobilen überholen. Beim Überholmanöver schlägt er einen an einem Stock befestigten und mit Farbe präparierten Tennisball an das Wohnmobil. So entsteht der Knall und so kommt auch der Strich für den Beweis ans Fahrzeug. 

Den Rest der Geschichte kennen Sie. Wir waren froh, dass wir uns nicht haben reinlegen lassen und dass der Trick für einmal nicht funktioniert hat. Unsere Lehre aus der Geschichte ist: 

  • Nicht anhalten, wenn kein wirklich wichtiger Grund besteht
  • Wenn anhalten, dann nur dort, wo es auch andere Personen hat, z.B. bei einer Tankstelle
  • Beim Versuch uns anzuhalten, sofort beginnen mit dem Handy zu filmen (Personen, Auto, Kennzeichen) das schreckt schon Mal ab
  • Nicht aus dem Wohnmobil aussteigen, alle Türen geschlossen halten
  • Selber die Polizei benachrichtigen

Trotz allem: Buon viaggio nella bellisima Italia!

Zusatz:

Einbrecher beobachten Südroute

Bei einigen Ostschweizer Wohnmobilisten wurde zu Hause eingebrochen, die Täterschaft konnte überführt werden. Ihr vorgehen: sie beobachteten im Raum Chur die südwärts fahrenden Wohnmobile und notierten die Kennzeichen. Über den eAutoindex konnten sie die Wohnadresse eruieren und haben kurz darauf ihr Haus besucht, weil davon auszugehen war, dass die südwärts reisenden Camper mutmasslich nicht so rasch wieder nach Hause zurückkehren werden.

Auf Wunsch können deine Informationen für den eIndex beim Strassenverkehrsamt deines Kantons gesperrt werden.



10.4.2026

Zusatz Informationen:

  • Quelle:  Erfahrungsbericht Christa und Fredi aus Meisterschwanden