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Motion im Parlament eingereicht

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Mehr legale Stellplätze – weniger Wildcampieren

Bild ist KI generiert
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In Bern kommt wieder Bewegung in ein Thema, das Wohnmobilland Schweiz seit Jahren beschäftigt: mehr einfache und legale Stellplätze für Wohnmobile. Nationalrat Ernst Wandfluh (SVP/BE) hat am 1. Oktober 2026 die Motion 26.4465 «Mehr legale Stellplätze – weniger Wildcampieren» eingereicht. Weitere 13 Nationalrätinnen und Nationalräte haben die Motion mitunterzeichnet.

Die Stossrichtung: Bereits vorhandene Flächen bei Landwirtschaftsbetrieben, auf Alpen und bei Bergbahnen sollen einfacher für zeitlich begrenzte Wohnmobil-Stellplätze genutzt werden können.


Bestehende Flächen nutzen statt neu bauen

Die Motion beauftragt den Bundesrat, die raumplanungsrechtlichen Voraussetzungen so anzupassen, dass auf bereits bestehenden und befestigten Flächen von Alp- und Landwirtschaftsbetrieben sowie bei Bergbahnen mit möglichst wenig bürokratischem Aufwand Wohnmobil-Stellplätze angeboten werden können.

Vorgesehen sind klare Rahmenbedingungen:

  • maximal drei Übernachtungen am Stück
  • begrenzte Anzahl Stellplätze pro Standort
  • Nutzung ausschliesslich bereits bestehender befestigter Flächen
  • keine neuen Bauten, Anlagen oder Terrainveränderungen
  • keine zusätzliche Bodenversiegelung
  • keine vorgeschriebenen Anschlüsse an Wasser, Abwasser oder Strom
  • Nutzung ausschliesslich durch Fahrzeuge mit eigenen sanitären Einrichtungen, beispielsweise nach dem Prinzip «Sanitary inside»

Damit geht es ausdrücklich nicht um den Bau neuer Campingplätze, sondern um eine einfache Nutzung von Flächen, die bereits vorhanden sind.


Das Problem kennen wir schon lange

Gerade Landwirtschaftsbetriebe wären vielerorts ideale Gastgeber für Wohnmobile. Platz wäre vorhanden, Reisende könnten regionale Produkte direkt beim Bauern kaufen und für den Betrieb entstünde eine zusätzliche Einnahmemöglichkeit.

In der Praxis scheitern solche Ideen jedoch immer wieder an Bewilligungs- und raumplanungsrechtlichen Hürden. Der Aufwand für wenige Stellplätze kann so gross werden, dass sich ein Projekt für einen Landwirtschaftsbetrieb schlicht nicht mehr lohnt.

Genau hier setzt die Motion an.

Sie stellt zudem einen direkten Zusammenhang zum Wildcampieren her: Wenn legale Übernachtungsmöglichkeiten fehlen, weichen Reisende eher auf gewöhnliche Parkplätze, Waldränder oder andere ungeeignete Orte aus.

Mehr legale Angebote könnten deshalb nicht nur den Wohnmobilreisenden helfen, sondern auch Gemeinden und Natur entlasten.


Wertschöpfung dort, wo wir übernachten

Die Motion nennt vier wesentliche Ziele: vorhandene Infrastruktur besser nutzen, zusätzliche Wertschöpfung für die Landwirtschaft schaffen, mehr Ordnung beim Campieren erreichen und den Druck auf Natur und Gemeinden reduzieren.

Das passt gut zur Art, wie viele Wohnmobilisten unterwegs sind. Für eine Nacht braucht es nicht zwingend einen voll ausgestatteten Campingplatz mit Sanitärgebäude, Stromsäule und Ver- und Entsorgungsstation.

Wer Toilette und Abwassertank an Bord hat, benötigt für eine kurze Übernachtung oftmals tatsächlich nur eines: einen legalen Platz.


«Sanitary inside» schafft es bis ins Parlament

Besonders freut uns natürlich, dass in der Motion ausdrücklich auf «Sanitary inside» (ein Projekt von Wohnmobilland Schweiz) eingegangen wird.

Die Idee dahinter ist einfach: Fahrzeuge, die über eine eigene Toilette und idealerweise einen Abwassertank verfügen, können auch Stellplätze nutzen, auf denen keine sanitäre Infrastruktur angeboten wird.

Mit einer Bezeichnung wird sichtbar gemacht, dass das Fahrzeug die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt. Gleichzeitig verpflichtet sich der Besitzer zu verantwortungsvollem Verhalten: keine Entleerung in der Natur, keine Verschmutzung und korrekte Abfallentsorgung. Die Vignette wird deshalb kontrolliert über autorisierte Stellen abgegeben.

Dass dieses Konzept nun in einem parlamentarischen Vorstoss ausdrücklich erwähnt wird, zeigt, dass die Diskussion um einfache Stellplätze zunehmend auch auf politischer Ebene angekommen ist.


Jetzt ist der Bundesrat am Zug – aber noch nicht am Ziel

Wichtig ist: Mit der Einreichung der Motion ändern sich die gesetzlichen Bestimmungen noch nicht. Eine Motion muss vom Parlament behandelt werden. Wird sie von beiden Räten angenommen, wird der Bundesrat beauftragt, eine entsprechende Vorlage auszuarbeiten oder eine Massnahme zu treffen.

Bis daraus tatsächlich vereinfachte Bedingungen für neue Stellplätze entstehen, sind also noch politische und rechtliche Schritte notwendig.

Trotzdem ist der Vorstoss bemerkenswert: Die Frage wird nicht nur unter dem Gesichtspunkt «Wo dürfen Wohnmobile stehen?» betrachtet, sondern verbindet Tourismus, Landwirtschaft, Raumplanung, Natur- und Landschaftsschutz und die Bedürfnisse der Wohnmobilreisenden.


Ein Ansatz, der in die richtige Richtung führt

Mehr legale Stellplätze bedeuten mehr Auswahl für Wohnmobilreisende. Gleichzeitig bedeuten sie weniger Druck auf ungeeignete Übernachtungsorte und können Landwirtschafts- und Bergbahnbetrieben zusätzliche Einnahmen ermöglichen – ohne dass dafür neue Flächen versiegelt werden müssen.

Vorhandener befestigter Platz + autarkes Wohnmobil + klare Regeln = eine ziemlich einfache Idee.

Nun liegt es am Parlament, wie es mit der Motion 26.4465 weitergeht. Wir werden die Entwicklung aufmerksam verfolgen.

2.10.2026

Zusatz Informationen: